Die Entstehung

„Hospiz“ ist ein Begriff des Mittelalters. Damals wurden in vielen Ländern Herbergen für arme Reisende errichtet,
damit diese ein Dach über dem Kopf und einen sicheren Aufent­haltsort hatten.

Die moderne Hospizbewegung ist ungefähr 60 bis 70 Jahre alt und kommt aus England.
Dort wurde 1967 das erste stationäre Hospiz von Dr. Cicely Saunders in London gegründet.
Diese Initiative löste die Entstehung von zahlreichen Hospizgruppen, Vereinen, ambulanten,
teilsta­tionären, stationären und palliativen Einrichtungen aus.
Wie ein Schneeballeffekt kam so die Hospizidee bis in unsere Städte und ländlichen Regionen.

Im Jahre 1992 hatte der damalige Leiter des Aids-Hospizes „Maria-Frieden“ in Oberharmersbach,
Kurt Schley, die Idee, auch in Offenburg - zusammen mit dem engagierten Klosterbruder Pater Laurentius -
ein stationäres Hospiz zu errichten, was aber am Einspruch der umliegenden Einwohner scheiterte.

Sehr wohl hatte er während seiner Tätigkeit bemerkt, dass auch über die Krankheit AIDS hinaus
Bedarf bestand für die Begleitung Schwerstkranker und ihrer Angehörigen. So kam es, dass am 1.August 1992
unter seiner Initiative der „Hospizverein Offenburg e.V.“ gegründet wurde, dessen 1.Vorsitzender er bis 1995 war.
Ihm folgte Dietmar Krieger in dieser Funktion. Ingrid Baum war von 1997 bis 2007 1.Vorsitzende und ist jetzt Ehrenvorsitzende.
Nach Marianne Bäumer (bis 2013) und Michaela Hilbert-Ochs (bis 2016) ist derzeit Helmut Ellensohn Vorsitzender des Hospizverein Offenburg e.V. (seit 2016).

Der Verein wird eigenständig

Während die Treffen der Mitarbeiter noch im Personalhaus II des damaligen „Kreiskrankenhauses“ stattfanden,
wagte man im April 1997 den Schritt, sich in der Nähe des Stadtzentrums eigene Räume anzumieten,
um eine neutrale Anlaufstelle zu haben - auch für die Betroffenen, die zu Gesprächen kamen.

In der nachfolgenden Zeit wuchs die Anzahl unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter erfreulicherweise beständig,
dies machte eine erneute Suche nach geeigneten Räumen erforderlich.
Ab 2004 war der Hospizverein Offenburg e.V. im Zentrum der Stadt, in der Ringelgasse 4 zu Hause.

Das heutige Erscheinungsbild des Hospizvereins Offenburg e.V. hat sich entscheidend gewandelt.
Es entstand ein „Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst“.
Betroffene und ihre Angehörigen werden im häuslichen Bereich, in pflegerischen Einrichtungen oder in Kliniken begleitet.
Trauerbegleitung, palliative Beratung, Fortbildungen und intensive Netzwerkarbeit vervollkommnen unser Angebot.

Die moderne Vereinstruktur

Zwischenzeitlich ist die Mitgliederanzahl auf etwa 400 Personen angewachsen.
Viele davon sind als ehrenamtliche Mitarbeiter tätig, mehrheitlich in den Begleitungen
sowie auch in all den vielfältigen Aufgaben des Vereins. Durch die Anstellung mehrerer hauptamtlicher
Hospiz- und Palliativfachkrafte und einer Geschäftsstellenleitung hat sich die Vereinsstruktur
hin zu einem Kleinunternehmen entwickelt und gewandelt.

Nachdem dem Verein im Jahr 2014 ein Bußgeld in Höhe von 300.000 Euro zugute kam, musste dieses einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden. Im Herbst 2015 fand sich eine geeignete Immobilie zum Kauf und im Januar 2016 war es nach einigen Umbaumaßnahmen dann auch soweit, dass die Geschäftsstelle des Vereins nach mehr als zehn Jahren von der Ringelgasse 4 in der Offenburger Stadtmitte in den Asternweg 11 in Offenburg-Hildboltsweier umzog. Die hellen und großzügigen Räume sind bereits heute aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken.